Zur Startseite Tal 19
psychosoziale Beratungsstelle Frauenberatungsstelle SuchtHotline für Suchtgefährdete

EHRENAMTLICHE MITARBEIT
bei der SuchtHotline

   
Wir über uns
Tal 19: A - Z
Informative Links
Aktuelles
Kontakt
Chat
 

Die Gespräche an der SuchtHotline werden ausschließlich von den etwa 60 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen unentgeltlich -rund um die Uhr und auch an Wochenenden und Feiertagen- durchgeführt. Ihre Ausbildung, Betreuung und Fortbildung ist ein wichtiger und umfangreicher Bestandteil der Arbeit der hauptamtlichen MitarbeiterInnen des Beratungszentrums.
Detaillierte Informationen zur ehrenamtlichen Mitarbeit können Sie hier nachlesen.

Wenn Sie an einer ehrenamtlichen Mitarbeit an der SuchtHotline interessiert sind, drucken Sie bitte den hier verfügbaren Fragebogen aus und senden ihn ausgefüllt und unterschrieben per Post an die SuchtHotline.
Weiter zum Download des Fragebogens >>

Mit Beginn der Beratungstätigkeit ist für die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen die Teilnahme an einer der vier Supervisionsgruppen verbindlich. Sie dient der Aufarbeitung von schwierigen Beratungsgesprächen ebenso wie der ständigen Fortbildung. Die Supervisionen finden 14-tägig statt und werden von jeweils einem/er hauptamtlichen Mitarbeiter/-in geleitet.

Darüber hinaus führen die haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen regelmäßig konzeptionelle und organisatorische Besprechungen durch. Einmal monatlich findet eine themenorientierte Fortbildungsveranstaltung statt. Hierzu gehören Einladungen von Referenten sowie Besuche in stationären Therapie- und anderen Hilfseinrichtungen im Suchtbereich in und um München. Ebenso gehören Betriebsausflüge und Jahresfeste zur Betreuung der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen.

Die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen stehen unter dem Schutz der Anonymität und können deshalb nicht namentlich erwähnt werden. Ihnen gebührt besonderer Dank für ihr Engagement, das mit großer zeitlicher und persönlicher Belastung verbunden ist. Ohne sie alle wäre eine Einrichtung wie die SuchtHotline nicht machbar.

 


Erfahrungsbericht eines ehrenamtlichen Mitarbeiters der SuchtHotline
Heiner R. (Name geändert) berichtet: "Nachtdienst im TAL 19, seinerzeit Notruf für Suchtgefährdete und Angehörige, heute SuchtHotline. Im Jahr 2001 hat sich für mich auch noch der Vormittagsdienst am drauffolgenden Tag angeschlossen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter am Notruf-Telefon, das 24 Stunden besetzt ist, haben sich verpflichtet, 18 Stunden im Monat diesen Notruf zu besetzen.

Vor 6 Jahren las ich in der SZ eine Anzeige, in der Menschen für diese Aufgabe gesucht wurden. Ich ging zum Informationsabend, bewarb mich und hatte das Glück, angenommen zu werden. Nach einem halben Jahr Ausbildung zusammen mit 15 weiteren Bewerberinnen und Bewerber durfte ich dann ab Sommer am Notruf-Telefon den Sorgen, Ängsten und Hilferufen der betroffenen Anrufer oder deren Angehörigen zuhören und versuchen, ihnen weiterzuhelfen, Mut zu geben, ihnen die Wege aufzuzeigen, die ihnen die Möglichkeiten eröffneten, sich aus ihrer Not zu befreien.
Viele Hilferufe kamen von Alkoholabhängigen und von Konsumenten illegaler Drogen, sowie von Menschen, die einer anderen Sucht aus der wahrlich nicht kleinen Suchtpalette anhingen. Es riefen viele Angehörige an, die das von der Sucht gesteuerte Zusammenleben mit dem alkoholabhängigen Ehemann oder auch der Ehefrau, oder die Drogensucht eines geliebten Kindes nicht mehr ertragen und meistern konnten. Weil ich zusehen mußte, wie jemand aus meiner näheren Umgebung voll abhängig von illegalen Drogen wurde und weil ich selbst einmal ganz erhebliche Alkoholprobleme hatte, die durch eine Therapie und meine AA-Freunde nun schon lange behoben sind, fühle ich mich dazu gedrängt, meine Erfahrungen zu nutzen und anderen Menschen zu helfen.
Wenn es erforderlich ist, scheue ich nicht davor zurück, mich zu outen und zuzugeben, wie es mir ergangen ist, dem Anrufer zu vermitteln, daß es zu keiner Zeit und in keinem Alter hoffnungslos oder zu spät ist, einen anderen Weg einzuschlagen, trocken oder clean zu werden. Ich versuche, den Anrufer zu einer Beratung zu bewegen, wenn der Betroffene uneinsichtig ist und jede Motivation fehlt, gegen seine Sucht etwas zu unternehmen. In einem solchen Fall ist es mir wichtig, die Angehörigen zu überzeugen, daß sie für sich selbst etwas tun sollen, um mit der Situation besser umgehen zu können.
Bei vielen Anrufern wüßte ich oft nur zu gerne, welches Ergebnis das Gespräch hatte. Die Anrufe berühren meine Gefühlsregungen von todtraurig, teilnahmslos bis hin zur manchmal völligen Hilflosigkeit. Ich habe gelernt, die Großzahl der Anrufe mit dem Ende des Dienstes zu vergessen. Einige wenige beschäftigen mich weiter, aber ich weiß, daß ich diese Anrufe in der nächsten Supervision vorbringen kann, daß sie dort besprochen und aufgelöst werden.

Was mich ärgert, sind die nächtlichen Anrufe, bei denen das Gegenüber sofort wieder auflegt oder sich in permanentem Schweigen übt. Manchmal gibt es auch Anrufe, in denen nur dumme Witze vorgebracht werden. Nicht alle Gespräche gestalten sich harmonisch. Manche Anrufer sind von Beginn an aggressiv oder werden es im Verlauf des Gespräches. Einige werden böse, wenn man ihnen den Spiegel vorhält und sie Tatsachen hören, die sie überhaupt nicht hören möchten.

Zugegeben, manchmal habe ich mich schon gefragt, warum ich mir das alles antue, besonders wenn ich bepackt mit den für die Nacht notwendigen Dingen bei strömenden Regen zum Dienst gehe. Aber immer wieder bekam ich dann Anrufe, die mir klar machten, allein dieser eine Anruf war es wert, meine Zeit zu investieren und ein wenig Strapazen zu ertragen.

Die SuchtHotline gehört zur Psychosozialen Beratungsstelle im TAL 19. die hauptamtlichen Mitarbeiter dieser Stelle betreuen die ehrenamtlichen Mitarbeiter in vier Supervisionsgruppen. Ich finde das Verhältnis der im TAL 19 beschäftigten Haupt- und Ehrenamtlichen hervorragend. Jede Supervisionsgruppe wählt zwei Vertreter, die dann zweimonatlich zu einer Sitzung zusammenkommen und anschließend zusammen mit den Hauptamtlichen zum Forum kommen, in dem Wünsche, Beschwerden, manchmal auch ein Lob besprochen werden, Entscheidungen getroffen werden, die die künftige Arbeit betreffen. Meine Supervisionsgruppe hat mich die letzten Jahre in dieses Gremium gewählt. Die Ehrenamtlichen-Vertretung hat mich zu ihrem Sprecher gewählt und ich bin stolz darauf, hier mitwirken zu können.
Fazit ist: Die Arbeit bei der SuchtHotline fasziniert und befriedigt mich. Solange meine Gesundheit es erlaubt, werde ich bestimmt noch lange dabei sein wollen."

 

Zum Seitenanfang - Sie befinden sich auf Seite: >